Der World Mental Health Day am 10. Oktober nähert sich und es wird deutlich: Eine der größten Hürden für mentales Wohlbefinden von Beschäftigen ist weiterhin die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen im Arbeitskontext. Trotz zahlreicher Initiativen und jahrelanger Sensibilisierungskampagnen bestätigt der aktuelle TELUS Mental Health Index (MHI), dass das Thema psychische Gesundheit noch immer von Vorurteilen und Zurückhaltung geprägt ist. Und das hat spürbare Auswirkungen auf Karrierewege, das Selbstbild sowie das allgemeine Wohlbefinden von Beschäftigten.
Der Fokus auf psychische Gesundheit im Oktober sollte daher über bloße Aufmerksamkeit für das Thema hinausgehen und konkrete Veränderungen anstoßen. Organisationen, die das Stigma rund um mentale Gesundheit am Arbeitsplatz aktiv abbauen, schaffen Raum für kulturelle Transformation und nachhaltiges Wohlbefinden ihrer Belegschaft.



Stigmatisierung psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz weltweit
Unsere MHI-Analyse von mehr als 19.000 berufstätigen Erwachsenen in 12 Ländern zeigt: Obwohl sich Stigmatisierung rund um mentale Gesundheit am Arbeitsplatz je nach Kultur unterschiedlich äußert, gibt es gemeinsame Muster, die Beschäftigte weltweit betreffen. Von Nordamerika über Asien bis Europa lassen die Daten besorgniserregende Entwicklungen erkennen, die dringenden Handlungsbedarf signalisieren.
Ein zentrales Ergebnis: Die Mehrheit der Beschäftigten hat Bedenken, psychische Belastungen am Arbeitsplatz offenzulegen, aus Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre Karriere. Besonders stark ausgeprägt sind diese Sorgen bei Arbeitnehmer:innen unter 40 Jahren. Das verdeutlicht, wie sehr sich Stigmatisierung auf Nachwuchstalente und die künftige Führungsebene auswirkt. Neben karrierebezogenen Ängsten neigen jüngere Mitarbeitende zudem eher dazu, sich selbst für ihre mentalen Herausforderungen abzuwerten, was zusätzliche Hürden bei der Suche nach Unterstützungsangeboten schafft.
All dies zeigt deutlich, wie prägend der Arbeitsplatzkontext ist, wie besonders jüngere Beschäftigte Stigma im beruflichen Umfeld wahrnehmen - möglicherweise anders als in anderen Lebensbereichen - und wie sehr diese Erfahrungen sie beeinflussen.
Haben wir seit 2021 Fortschritte gemacht?
Die ernüchternde Antwort lautet: nicht wirklich. Erkenntnisse aus Kanada, dem Vereinigten Königreich, den USA und Australien zeigen, dass sich die selbstbezogene Stigmatisierung rund um mentale Gesundheit seit 2021 kaum verbessert hat. In Kanada und Australien sind die Werte nahezu unverändert, im Vereinigten Königreich gibt es keinerlei Fortschritt und in den USA ist die Entwicklung trotz intensiver Aufklärungsbemühungen in Unternehmen und der Allgemeinbevölkerung in den vergangenen vier Jahren sogar rückläufig.
Die Learnings aus Kanada, den USA und dem Vereinigten Königreich:

Unvorbereitete Führungskräfte: Die Trainingslücke
Das Problem geht über die Stigmatisierung unter Mitarbeitenden hinaus. Viele Führungskräfte geben an, nicht ausreichend darauf vorbereitet zu sein, Beschäftigte bei psychischen Herausforderungen zu unterstützen. Länderübergreifend räumen zahlreiche Manager:innen ein, dass ihnen das nötige Wissen und die Fähigkeiten fehlen, um angemessen zu reagieren, wenn mentale Belastungen in ihren Teams auftreten.



Mangelndes Bewusstsein für Programme zur mentalen Gesundheitsförderung
Zudem berichten viele Beschäftigte, dass die Kommunikation zu Gesundheitsangeboten ihres Unternehmens unklar oder inkonsistent ist. Diese Lücke zeigt, wie wichtig es ist, Kommunikationsstrategien zu überarbeiten, damit sowohl Mitarbeitende als auch Führungskräfte ein klares Verständnis der verfügbaren Ressourcen haben.


Der Weg nach vorn: Strategische Lösungen für Arbeitgeber
Ob als Führungskraft oder Mitarbeiter:in: Jede und jeder hat die Möglichkeit, Stigmatisierung rund um mentale Gesundheit im eigenen Arbeitsumfeld aktiv entgegenzuwirken und daraus sogar einen Wettbewerbsvorteil zu ziehen. Jetzt ist der Moment für Veränderung. Sie beginnt bei uns selbst, in jedem Gespräch, jeder Entscheidung über Richtlinien und in jedem Augenblick, in dem wir Empathie über Vorurteile stellen.


Über den TELUS Mental Health Index
Der TELUS Mental Health Index liefert Einblicke in die mentale Gesundheit von 19.000 berufstätigen Erwachsenen und deren Entwicklung im Zeitverlauf.
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