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Warum die Unterstützung von Frauen ein Erfolgsfaktor für Unternehmen ist

Veröffentlicht: 15. Januar 2026

TELUS Health

Content Marketing Team

Die Lücke im Wohlbefinden zwischen den Geschlechtern kostet Unternehmen Milliarden – durch geringere Produktivität und den Verlust wertvoller Talente. Die Daten zeigen, warum Frauen ein höheres Burnout-Risiko haben – und was Unternehmen künftig anders machen sollten.

Der Gender-Pay-Gap bleibt ein zentrales Problem, doch er ist längst nicht die einzige Ungleichheit, die das Arbeitsleben von Frauen heute prägt. Hinzu kommt die sogenannte “Wellbeing-Gap” (Wohlbefindenslücke) – weniger bekannt, aber ebenso folgenreich –, die durch Burnout, unbezahlte Pflege- und Betreuungsaufgaben, finanzielle Unsicherheiten sowie gesundheitliche Übergangsphasen wie die Menopause entsteht. Diese Belastungen gehören zu den häufigsten, aber gleichzeitig am wenigsten unterstützten Herausforderungen berufstätiger Frauen. Studien zeigen, dass sie nicht nur das individuelle Wohlbefinden beeinträchtigen, sondern auch die Leistungsfähigkeit von Unternehmen spürbar beeinflussen.

Wie Ungleichheiten im Wohlbefinden die Produktivität beeinflussen – und was Unternehmen dagegen tun können

Das Wohlbefinden von Frauen zu fördern ist weit mehr als eine gesundheitliche Maßnahme – es ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Frauen stellen 47,7 Prozent der weltweiten Arbeitskräfte und spielen eine zentrale Rolle für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt. Studien zeigen: Unternehmen, die das volle Potenzial ihrer Talente ausschöpfen, haben eine 39-prozentige höhere Chance, finanziell erfolgreich zu sein.

Ohne gezielte Unterstützung riskieren Unternehmen jedoch, diese Vorteile zu verlieren. Mit der zunehmenden Verbreitung psychischer Belastungen werden deren Auswirkungen immer deutlicher – auf Produktivität, Motivation, Fluktuation und das Risiko von Burnout. Unser TELUS Mental Health Index (MHI) zeigt zudem, dass soziale Isolation und finanzieller Druck diese Effekte noch verstärken.

Über wirtschaftliche Gründe hinaus gibt es auch eine moralische Verantwortung: Frauen verdienen Arbeitsplätze, die ihre Leistungen anerkennen und die Realität ihres Lebens berücksichtigen – von Betreuungsaufgaben und finanzieller Unsicherheit bis hin zu gesundheitlichen Übergangsphasen wie der Menopause.

Die weltweite Lücke im Wohlbefinden zwischen den Geschlechtern

Der MHI, der das psychische Wohlbefinden berufstätiger Menschen in zwölf Ländern untersuchen, bestätigen: Der “Wellbeing-Gap” ist messbar und weltweit verbreitet. Der Index nutzt eine Skala von 0 bis 100, wobei Werte unter 80 auf psychische Belastung und zukünftige Risiken hinweisen. Seit der Einführung des Index berichten Frauen in fast allen untersuchten Regionen konstant von niedrigeren Werten als Männer.

Beispielsweise zeigen Frauen in Europa deutlich niedrigere Werte als Männer – ein Abstand, der seit 2022 unverändert geblieben ist. In Südkorea liegen die Werte bei 53 für Frauen im Vergleich zu 57,9 für Männer. In Kanada liegen die Werte von Frauen etwa vier Punkte unter denen der Männer (61,8 zu 66,4). Ähnliche Unterschiede bestehen in den USA, im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Neuseeland,[1]  Australien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Eine aktuelle Ausnahme bildet Singapur: Hier haben sich die Werte beider Geschlechter inzwischen bei 63,3 angeglichen – allerdings deutlich unter dem optimalen Bereich.

Frauen geben zudem 50 % häufiger als Männer an, unter starkem Burnout zu leiden – ein Problem, das nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern auch die langfristige Stabilität der Belegschaft bedroht. Ein besonders wichtiger Faktor, der oft übersehen wird, ist die Menopause: Sie wird häufig als psychisches Problem betrachtet, statt als eigenständige körperliche Übergangsphase anerkannt zu werden, die Millionen berufstätiger Frauen betrifft.

Warum Frauen ein höheres Burnout-Risiko haben

Work-Life-Balance und Schlaf

Belastungen durch eine unausgeglichene Work-Life-Balance gehören zu den stärksten Faktoren für psychische Belastungen bei Frauen. Da das Wohlbefinden sowohl am als auch außerhalb des Arbeitsplatzes entsteht, führen die überproportionalen Betreuungs- und Pflegeaufgaben von Frauen zu einer dauerhaften Belastung, die sich in den Arbeitsalltag fortsetzt und das Risiko für psychische Probleme weiter erhöht.

In allen untersuchten Ländern zeigen sich familiäre Pflichten immer wieder als Ursache für Schlafstörungen, Müdigkeit und verminderte Konzentrationsfähigkeit. In Australien geben zum Beispiel 29 % der Beschäftigten an, dass familiäre Aufgaben ihren Schlaf stören. In Spanien und Singapur berichten 39 % bzw. 33 % der Befragten, dass ihre familiären Pflichten ihre Erholung und Regeneration beeinträchtigen.

Schlafstörungen sind mehr als ein reines Wellness-Thema – sie wirken sich direkt auf die Arbeit aus. In Kanada sagen 43 % der Beschäftigten, dass schlechter Schlaf ihre Konzentration mindert, in Frankreich berichten 26 % von geringerer Produktivität. In Deutschland geben Frauen mehr als doppelt so häufig wie Männer an, Schwierigkeiten beim Stressmanagement zu haben, was zu schlechten Schlafgewohnheiten beiträgt. In Südkorea sind 40 % der Beschäftigten mit der Qualität ihres Schlafs unzufrieden, wobei 41 % Arbeitsstress als Hauptfaktor für den schlechten Schlaf nennen.

Finanzielle Belastung

Finanzieller Stress trifft Frauen in zehn der zwölf untersuchten Länder stärker als Männer, Ausnahmen sind Neuseeland und Singapur. Steigt der finanzielle Druck, neigen Frauen eher als Männer dazu, ihre Ausgaben für die eigene Gesundheit zu reduzieren – was laut MHI-Daten langfristig das psychische Wohlbefinden beeinträchtigt.

In diesen zehn Ländern fehlt der Mehrheit der Beschäftigten das Vertrauen in ihre finanzielle Zukunft, wobei Frauen besonders stark von Unsicherheit betroffen sind. In den USA sind finanzielle Sorgen zum Beispiel bereits zum zweiten Mal in Folge die größte persönliche Stressquelle, wobei Frauen doppelt so häufig wie Männer ihre finanzielle Lage als belastend empfinden. Diese Belastung wird durch fehlende Rücklagen verstärkt, was erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Arbeitnehmer:innen hat. In Italien schneiden Beschäftigte ohne Notfallrücklagen bei den mentalen Gesundheitswerten deutlich schlechter ab (40,9 Punkte) als die Gesamtgruppe (57,0) oder diejenigen mit Rücklagen (66,8).

Diese finanzielle Unsicherheit erzeugt einen Teufelskreis: Frauen unter Druck kürzen ihre Ausgaben für Gesundheit und Wohlbefinden, was ihr psychisches Wohlbefinden weiter schwächt und ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz mindert. Im Vereinigten Königreich geben 18 % der Beschäftigten an, wegen finanzieller Belastung bei Gesundheits- und Wellnessausgaben gespart zu haben – Frauen haben diese Anpassung 40 % häufiger vorgenommen als Männer. Der mentale Gesundheitswert dieser Gruppe liegt mehr als 13 Punkte unter dem nationalen Durchschnitt des MHI.

Menopause und Frauengesundheit

Studien von Vira Health und Korn Ferry zeigen, dass 47 % der Frauen angeben, gesundheitliche Beschwerden hätten ihre Arbeit beeinträchtigt. 40 % berichteten sogar von sechs oder mehr Symptomen, die ihre Leistungsfähigkeit minderten – und nur sehr wenige erhielten dafür Unterstützung am Arbeitsplatz. Fast ein Drittel hat in dieser Lebensphase gekündigt oder einen Ausstieg aus dem Beruf erwogen.

Andrea Berchowitz, CEO von Vira Health, erklärt: „Die Menopause fällt oft in eine entscheidende Phase der Karriere, daher brauchen wir bessere Unterstützungsangebote, wenn wir den Anteil von Frauen in Führungspositionen ernsthaft erhöhen wollen. Sowohl das durchschnittliche Alter neuer CEOs als auch das durchschnittliche Alter der Menopause liegt bei 51 Jahren. Allein im Vereinigten Königreich führen etwa 14 Millionen verlorene Arbeitstage und 1 Million vorzeitige Karriereaustritte auf die Menopause zurück.Das wird sich nicht ändern, solange Frauen nicht Zugang zu den Informationen und Hilfsangeboten erhalten, die sie verdienen – genau deshalb haben wir Vira Health gegründet.“

Laut der Mayo Clinic verliert die US-Wirtschaft jährlich über 26 Milliarden US-Dollar durch Produktivitätsverluste und medizinische Kosten im Zusammenhang mit der Menopause. Diese Zahl berücksichtigt noch nicht reduzierte Arbeitszeiten, vorzeitigen Ruhestand oder Jobwechsel. Auf individueller Ebene kostet die Menopause US-amerikanische Frauen schätzungsweise 1,8 Milliarden US-Dollar an Arbeitszeit pro Jahr.

Andrea Berchowitz ergänzt: „Frauen stehen nicht nur während der Menopause vor Herausforderungen, sondern in allen Lebensphasen – etwa bei Fruchtbarkeit, Schwangerschaft, in der Zeit nach der Geburt oder beim Umgang mit hormonellen Gesundheitsproblemen.Deshalb haben wir unser Angebot über Perimenopause und Menopause hinaus erweitert, um die gesamte Frauengesundheit über eine zentrale Plattform bei TELUS Health abzudecken.“

Die Menopause ist eine der bedeutendsten gesundheitlichen Übergangsphasen im Leben einer Frau, wird aber von nur wenigen Arbeitgebern in Richtlinien oder der täglichen Praxis berücksichtigt. Schätzungsweise 20 % der berufstätigen Frauen befinden sich aktuell in der Perimenopause oder Menopause, was diese Gruppe zu einem wichtigen Teil der Erwerbsbevölkerung macht.

In Nordamerika erlebt derzeit etwa ein Drittel der weiblichen Beschäftigten die Perimenopause oder Menopause. Dennoch fühlte sich die Mehrheit – 67 % in den USA und 75 % in Kanada – beim Eintritt in diese Phase weder informiert noch gut vorbereitet.

So sieht echte Unterstützung für Frauen aus

Die Unterschiede in den Ergebnissen der psychischen Gesundheit zwischen Männern und Frauen zeigen deutlich: Verschiedene Gruppen benötigen unterschiedliche, gezielte Unterstützung. Die Daten zeigen auch, was tatsächlich wirkt. In Europa beispielsweise erzielen Mitarbeitende, die die Unterstützung ihres Arbeitgebers im Bereich mentale Gesundheit als hervorragend bewerten, im MHI im Durchschnitt 11 Punkte höhere Werte als jene mit schlechter Unterstützung.

Beschäftigte mit exzellenter Unterstützung durch ihren Arbeitgeber sind zudem deutlich produktiver: Sie verlieren im Durchschnitt 36 Arbeitstage pro Jahr, während es bei schlechter Unterstützung fast 59 Tage sind. Wer die Führungskraft als hervorragend bewertet, ist außerdem:

  • 6,5-mal häufiger voll engagiert,
  • 3,2-mal häufiger bereit, das Unternehmen als großartigen Arbeitsplatz weiterzuempfehlen,
  • 2,4-mal häufiger zufrieden mit Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten

In allen untersuchten Regionen gaben 37 % der Beschäftigten an, dass sie bessere Unterstützung für ihr Wohlbefinden einem Gehaltsplus von 10 % vorziehen würden.

  • Was erfolgreiche Unternehmen anders machen:
  • Gespräche über Gesundheit und Betreuungsaufgaben normalisieren,
  • Führungskräfte darin schulen, frühe Anzeichen von Burnout zu erkennen,
  • Flexibilität bieten, ohne dass dies die Karriere belastet,
  • Unterstützung bei Menopause in Leistungen und Richtlinien integrieren,
  • Psychologische Sicherheit in Teams fördern,
  • Programme gezielt auf die Bedürfnisse von Frauen aller Altersgruppen zuschneiden – etwa durch Unternehmensgruppen und -netzwerke,  flexible Arbeitsmodelle oder vertiefte Führungskräfteschulungen.

Fazit

Die Unterschiede im Wohlbefinden von Frauen und Männern sind kein unabwendbares Problem. Unternehmen, die bewusst handeln und umfassende Unterstützungsangebote schaffen, die der ganzen Komplexität des Lebens von Frauen gerecht werden, können Talente halten, die Führungskräfteentwicklung stärken und eine Unternehmenskultur schaffen, in der alle erfolgreich sind. Die Daten zeigen deutlich, welche Kosten entstehen, wenn nichts unternommen wird. Die einzige Frage lautet: Sind wir bereit, diese Lücke zu schließen?

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