Andrea Berchowitz ist Mitgründerin und CEO von Vira Health, einer globalen Plattform für Gesundheitsleistungen, die Frauen und Männer in verschiedenen Lebensphasen unterstützt – unter anderem bei Kinderwunsch, den Wechseljahren und der Prostatagesundheit. TELUS Health arbeitet mit Vira Health zusammen, um diese Lösungen weltweit Unternehmen und deren Mitarbeitenden anzubieten.
Andrea verfügt über umfassende Erfahrung im Gesundheitswesen, unter anderem aus ihrer Zeit bei McKinsey und der Gates Foundation. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, Frauen dabei zu unterstützen, in jeder Lebensphase erfolgreich zu sein, ohne ihre Karriere dafür zurückstellen zu müssen.
Was ist Dein beruflicher Hintergrund und was hat Dich dazu inspiriert, Dich auf Frauengesundheit zu konzentrieren?
Ich arbeite seit rund 20 Jahren im Gesundheitswesen, zunächst bei McKinsey und anschließend bei der Gates Foundation. Gemeinsam mit Dr. Rebecca Love habe ich 2020 Vira Health gegründet.
Viele Menschen stoßen auf Hürden, wenn sie die medizinische Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, die sie brauchen, insbesondere wenn es um typische Frauenthemen geht. Ob Unterstützung bei Kinderwunsch, der Umgang mit Erkrankungen wie PCOS oder die Begleitung durch die Wechseljahre: Frauen auf der ganzen Welt erleben ähnliche Auswirkungen auf ihr Berufsleben, die Unterstützungsangebote unterscheiden sich jedoch erheblich.
Mit Vira Health wollten wir genau diese Versorgungslücke schließen. Anfangs lag unser Fokus auf den Wechseljahren. Heute sind wir stolz darauf, Frauen in allen Lebensphasen zu begleiten und unser Angebot gleichzeitig auf wichtige Gesundheitsthemen von Männern auszuweiten.
Wir haben uns für TELUS Health entschieden, weil das Unternehmen Frauengesundheit als wichtigen Baustein des Wohlbefindens von Mitarbeitenden versteht und nicht als Randthema.
Wie lange arbeitest Du bereits mit TELUS Health zusammen?
Unsere Partnerschaft mit TELUS Health besteht seit Juni 2025. Gemeinsam stellen wir unsere Lösungen Arbeitgebern auf der ganzen Welt zur Verfügung.
Wir haben uns für TELUS Health entschieden, weil das Unternehmen Frauengesundheit als wichtigen Baustein des Wohlbefindens von Mitarbeitenden versteht und nicht als Randthema. Aktuelle Daten aus dem TELUS Mental Health Index zeigen, dass Frauen weltweit mit den Gesundheitsangeboten ihrer Arbeitgeber unzufrieden sind.
Ein besonders gutes Beispiel für unsere Zusammenarbeit sind unsere vierteljährlichen Webinare. Sie schaffen einen sicheren und anonymen Raum, in dem sensible Themen offen behandelt werden. Diese Kombination aus Vertraulichkeit, einfacher Zugänglichkeit und hoher klinischer Qualität ermöglicht es, sinnvolle Unterstützung in großem Umfang bereitzustellen.
Worauf liegt der Schwerpunkt Deiner Tätigkeit?
Mein Hauptziel ist es, möglichst vielen Menschen über ihren Arbeitgeber Zugang zu hochwertiger Unterstützung im Bereich Frauengesundheit zu ermöglichen.
Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht darin, das Bewusstsein für diese Themen zu stärken. Forschungsergebnisse wie die des TELUS Mental Health Index sind dabei besonders hilfreich. Wie bereits erwähnt, zeigen die Daten, dass Frauen weltweit mit den Gesundheitsangeboten ihrer Arbeitgeber weniger zufrieden sind als Männer. Zudem liegen ihre Werte im Bereich der psychischen Gesundheit in den meisten Ländern unter denen der Männer.
Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass unsere Plattform für die Menschen nützlich ist, ihnen hilft, ihre Gesundheit und ihre Möglichkeiten besser zu verstehen, und sie letztlich dabei unterstützt, in komplexen und schwierigen Situationen Entscheidungen zu treffen. Ich verbringe viel Zeit damit, das Feedback unserer Nutzerinnen und Nutzer sowie Nutzungstrends zu analysieren, um zu verstehen, wie wir uns verbessern können.
Wie wirkt sich Deine Arbeit positiv auf das Leben von Mitarbeitenden weltweit aus?
Unsere Arbeit bei Vira Health und die Partnerschaft mit TELUS Health haben einen direkten positiven Einfluss auf das Leben vieler Frauen.
Wir machen den Zugang zu verlässlichen Gesundheitsinformationen und passender Unterstützung einfach. Wir wissen, dass das Internet voller Gesundheitsinformationen ist. Das kann schnell überwältigend sein und es ist oft schwierig, die wirklich relevanten Informationen herauszufiltern. Genau das machen wir deutlich einfacher.
Darüber hinaus unterstützen wir Frauen dabei, länger im Berufsleben zu bleiben und langfristig ihre finanzielle Sicherheit zu stärken. Zahlreiche Studien zeigen, dass Ereignisse wie Schwangerschaft, Elternschaft sowie die Perimenopause und Menopause die berufliche Entwicklung von Frauen beeinflussen. Unser Ziel ist es, Menschen in diesen entscheidenden Lebensphasen mit Informationen und medizinischer Unterstützung zu begleiten, damit sie so lange berufstätig bleiben können, wie sie es möchten.
Gerade die Menopause fällt häufig in die Lebensphase, in der Frauen ihr höchstes Einkommen erzielen. Wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren, auf Beförderungen verzichten oder den Beruf vorzeitig verlassen, trägt dies erheblich zur sogenannten Rentenlücke zwischen Frauen und Männern bei.
Wodurch unterscheidet sich Vira von anderen Angeboten im Bereich Frauengesundheit?
Viele Angebote konzentrieren sich ausschließlich auf eine bestimmte Lebensphase – etwa Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Wechseljahre. Wir wissen jedoch, dass die Bedürfnisse von Menschen je nach Lebensphase unterschiedlich sind.
Unsere Plattform bietet deshalb umfassende Unterstützung in den Bereichen Kinderwunsch, hormonelle Gesundheit, Schwangerschaft, Elternschaft und Wechseljahre: alles an einem Ort.
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist unsere internationale Ausrichtung. Vira Health wurde im Vereinigten Königreich gegründet und expandierte anschließend in die USA und nach Südafrika. Schon früh wurde deutlich, dass weltweit Bedarf an einer solchen Lösung besteht. Deshalb haben wir intensiv daran gearbeitet, unser Angebot für Menschen in unterschiedlichen Ländern relevant und hilfreich zu gestalten.
Heute begleiten wir Mitglieder in mehr als 65 Ländern. Darauf sind wir sehr stolz.
Meine wichtigste Botschaft lautet: Nehmen Sie diese Themen ernst.
Welche zentrale Botschaft möchtest Du Unternehmen mitgeben, wenn es um die Unterstützung der Gesundheit von Frauen geht?
Meine wichtigste Botschaft lautet: Nehmen Sie diese Themen ernst.
In vielen Unternehmen werden Themen wie Elternschaft oder die Perimenopause lediglich durch Netzwerke von Mitarbeitenden oder andere informelle Initiativen behandelt. Angesichts der Größe und Bedeutung dieser Herausforderungen reicht das jedoch nicht aus.
Die Zahlen sind besonders aussagekräftig, wenn man die Bindung erfahrener Fach- und Führungskräfte betrachtet. 57 Prozent der Beschäftigten haben bereits den Arbeitgeber gewechselt oder würden dies für bessere Angebote im Bereich der reproduktiven Gesundheit tun. Außerdem haben 30 Prozent der Frauen aufgrund von Wechseljahresbeschwerden gekündigt oder eine Kündigung in Erwägung gezogen.
Ohne angemessene Unterstützung reduzieren viele Frauen ihre Arbeitszeit, verzichten auf Karrierechancen oder verlassen den Arbeitsmarkt ganz. Das beeinträchtigt nicht nur ihre persönliche Laufbahn, sondern auch die Leistungsfähigkeit von Unternehmen.
Die gute Nachricht ist: Es gibt passende Lösungen. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit TELUS Health Unternehmen dabei zu unterstützen, diese Herausforderung erfolgreich anzugehen.
Was tust Du persönlich am meisten für Dein eigenes Wohlbefinden?
Ich habe gelernt, bei Gesundheits- und Wellnessroutinen nicht zu streng mit mir selbst zu sein. Außerdem achte ich sehr darauf, woher ich meine Gesundheitsinformationen beziehe.
Im Internet gibt es unzählige Ratschläge, die einem schnell das Gefühl geben, alles perfekt machen zu müssen. Deshalb orientiere ich mich an vertrauenswürdigen, wissenschaftlich fundierten Informationen, um herauszufinden, was in meiner aktuellen Lebensphase wirklich wichtig ist. Gleichzeitig versuche ich, gelassen mit mir selbst umzugehen.
In manchen Wochen schaffe ich es, regelmäßig Sport zu treiben, ausreichend zu schlafen und mich ausgewogen zu ernähren. In anderen Wochen gelingt mir das nicht, und ich habe aufgehört, mich deswegen schlecht zu fühlen.

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