Teil 2: Die Rolle der körperlichen Gesundheit von Mitarbeitenden und ihre Auswirkung auf Produktivität und Arbeitsklima
Um neue Energie zu tanken, braucht es Bewegung - das gilt für uns alle. Deshalb sollten Arbeitgebende in Betracht ziehen, die körperliche Gesundheit ihrer Mitarbeitenden aktiv zu fördern, wenn sie Leistung und Produktivität am Arbeitsplatz nachhaltig steigern möchten.
Regelmäßige leichte körperliche Aktivität reduziert das Risiko für Burnout und emotionale Erschöpfung am Arbeitsplatz erheblich, insbesondere bei Mitarbeitenden, die am Schreibtisch tätig sind. Die Auswirkungen auf das Unternehmen sind beträchtlich: Allein Burnout und andere Probleme mit der psychischen Gesundheit, kosten die EU-Wirtschaft jährlich geschätzte 170 Mrd €. Physische Aktivität ist damit nicht nur ein Gesundheitsfaktor, sondern eine strategische Investition in den Unternehmenserfolg.
Warum wirkt sich körperliche Aktivität eigentlich positiv auf den Grad an emotionaler Erschöpfung von Mitarbeitenden aus? Kurz gesagt, weil Gesundheit ganzheitlich ist: Zahlreiche Faktoren tragen zum Wohlbefinden bei und alle diese Faktoren sind eng miteinander verknüpft. Auch wenn viele Faktoren und soziale Einflüsse eine Rolle spielen - einige der wichtigsten Gesundheitsaspekte sind die psychische, körperliche und finanzielle Gesundheit.
Erfahren Sie hier, wie körperliche Gesundheit definiert ist und wie sie mit anderen Gesundheitsaspekten zusammenhängt, die Engagement, Produktivität und Leistung am Arbeitsplatz beeinflussen.
Was ist körperliche Gesundheit?
Körperliche Gesundheit bezieht sich auf die Fähigkeit des Körpers, optimal zu funktionieren. Regelmäßige physische Aktivität ist über die gesamte Lebensdauer eng mit der körperlichen Gesundheit verbunden. Um die körperliche Gesundheit zu verbessern und zu erhalten, ist physische Aktivität also enorm wichtig.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren wöchentlich mindestens 150 bis 300 Minuten moderaten oder 75 bis 150 Minuten intensiveren Ausdauersport.
Bei Erwachsenen hilft dies, chronischen Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vorzubeugen. Regelmäßige körperliche Aktivität verringert auch das allgemeine Sterberisiko, insbesondere den vorzeitigen Tod.
Auch für die Psyche zahlt sich Bewegung aus: Sie reduziert Stress, Angst und Depressionen – und verringert damit wiederum das Risiko körperlicher Erkrankungen. Das zeigt sich auch im Berufsleben. In Großbritannien verlieren physisch inaktive Beschäftigte im Schnitt viereinhalb Arbeitstage mehr pro Jahr als aktive Mitarbeitende – ein Muster, das sich europaweit beobachten lässt.
Der Zusammenhang zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit
Mitarbeitende, die regelmäßig aktiv sind, fehlen nicht nur seltener, sondern sind auch geistig präsenter am Arbeitsplatz. Eine Belegschaft mit Mitarbeitenden, die sich fit halten und damit auch ein geringeres Risiko für chronische Erkrankungen haben, bringt zahlreiche Vorteile mit sich: mehr Kreativität, Innovationskraft und Produktivität, eine bessere Problemlösefähigkeit und Motivation sowie eine stärkere Loyalität zum Unternehmen, ein besserer Zusammenhalt und ausgeprägter Teamgeist.
Andererseits zeigt sich: Schlechte psychische Gesundheit führt oft zu schlechter körperlicher Gesundheit. Beispielsweise kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass Menschen mit Depressionen häufiger körperlich inaktiv sind, unter stärkeren körperlichen Schmerzen leiden und mehr Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten haben als gesunde Personen. Außerdem schätzen Menschen mit Depressionen ihre eigene Gesundheit als schlechter ein. Menschen mit gutem psychischem Wohlbefinden hingegen, waren körperlich aktiver und hatten weniger der beschriebenen Gesundheitsprobleme.
Der Zusammenhang zwischen körperlicher und finanzieller Gesundheit
Beschäftigte, die mit ihrer finanziellen Gesundheit und wirtschaftlichen Stabilität zu kämpfen haben, leiden häufig unter Stress. Dieser kann sich in verschiedenen körperlichen und psychischen Symptomen äußern. Dazu gehören Schlafstörungen, Reizbarkeit, Energielosigkeit, Angststörungen und sogar körperliche Erkrankungen wie Migräne oder Reizdarmsyndrom. All dies kann sich sehr auf das persönliche Wohlbefinden und die Produktivität am Arbeitsplatz auswirken.
Rund 10 Prozent der Voll- und Teilzeitbeschäftigten sind aufgrund finanzieller Sorgen der Arbeit ferngeblieben, wobei sie im Durchschnitt fast fünf Tage pro Jahr verloren. Von ebendiesen Beschäftigten gaben circa 20 Prozent an, dass Geldsorgen sie täglich bis zu einer Stunde kosteten, bei 29 Prozent der Befragten waren es jeden Tag ein bis zwei Arbeitsstunden und fast jede:r Zehnte gab an, drei bis vier Stunden am Tag mit finanziellen Sorgen beschäftigt zu sein. Besonders besorgniserregend: 5 Prozent der Befragten gaben an, aufgrund finanzieller Sorgen den gesamten Arbeitstag zu verlieren.
Diese Sorgen beeinträchtigen auch Motivation und Energie, sich um die eigene körperliche Gesundheit zu kümmern.
Wie die körperliche Gesundheit der Mitarbeitenden die Produktivität beeinflusst
Der Harvard Business Review zitiert eine Reihe von Studien, die zeigen, wie die körperliche Gesundheit die Leistung und Produktivität am Arbeitsplatz beeinflusst. Tägliche Bewegungseinheiten bringen eine ganze Kette von Vorteilen mit sich – sogenannte „Ressourcen-Karawanen“. Verschiedene Vorteile verstärken sich gegenseitig und wirken sich positiv auf Körper, Psyche und kognitive Fähigkeiten aus.
Bewegung verbessert etwa die Schlafqualität und fördert die Proteinsynthese – dadurch steigen Energie, Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer. Die gesteigerte Energie beugt Erschöpfung vor – auch bei bester Arbeitsleistung. Eine bessere Konzentration ermöglicht Beschäftigten, wachsamer zu sein und Probleme kreativer zu lösen. Gleichzeitig wird die Fähigkeit verbessert, Informationen zu verarbeiten und sich auf diese zu konzentrieren.
Der TELUS Mental Health Index vom September 2024 hebt die Beziehung zwischen körperlicher Aktivität und Produktivität hervor. In dem Bericht erlitten Beschäftigte, die mit ihrer körperlichen Gesundheit unzufrieden waren, einen Produktivitätsverlust von 77,8 Arbeitstagen jährlich; über 25 Tage mehr als ihre Kolleg:innen, die mit ihrer körperlichen Gesundheit zufrieden waren.
Warum sich Unternehmen für die körperliche Gesundheit von Mitarbeitenden einsetzen müssen
Für Beschäftigte kann es schwer sein, einen aktiven Lebensstil zu führen, besonders wenn Arbeitszeit und Alltag unter einen Hut gebracht werden müssen. Das bedeutet, dass Unternehmen Verantwortung, gleichzeitig auch ein eigenes Interesse daran haben sollten, Raum für die körperliche Gesundheit von Mitarbeitenden zu schaffen.
Laut einer europäischen Studie von 2025, berichteten 85 Prozent der Unternehmen über eine gesteigerte Produktivität durch flexible Arbeitszeitregelungen. Dazu können u.a. Gleitzeit oder längere Mittagspausen gehören. So haben Mitarbeitende die Möglichkeit z.B. morgendliche Fitnesskurse, die Zubereitung gesunder Mahlzeiten oder Arzttermine eher mit ihren Arbeitszeiten vereinbaren. Auf diese Weise fördern Unternehmen eine Kultur des proaktiven Gesundheitsmanagements. Zudem erlaubt der Zugriff auf digitale Tools Mitarbeitenden jederzeit Unterstützung einzuholen – egal von wo.
Darüber hinaus hat sich gezeigt: Die Förderung der körperlichen Fitness am Arbeitsplatz verringert das Risiko arbeitsbedingter Verletzungen erheblich. Eine Studie von 2024 kam zu dem Ergebnis, dass aktivere Mitarbeitende ein um 15 Prozent geringeres Risiko für Arbeitsunfälle hatten als ihre weniger aktiven Kolleg:innen. Weniger Arbeitsunfälle verbessern nicht nur das Wohlbefinden der Beschäftigten, sondern tragen auch zur Steigerung der Produktivität und zu weniger Fehlzeiten bei.
Eine schlechte körperliche Gesundheit kann mit psychischen und finanziellen Gesundheitsproblemen korrelieren. Daher kann die Förderung der körperlichen Gesundheit eine wichtige Rolle bei der Lösung solcher Probleme spielen. Wenn Mitarbeitende sich wohlfühlen, können sie ihr Bestes geben.
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Wenn Stress beginnt, sich negativ auf die körperliche Gesundheit auszuwirken, unterstützt TELUS Health EAP durch frühzeitige Interventionen – um das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu stabilisieren, bevor sich körperliche Symptome verstärken. So wird eine gesündere und resilientere Belegschaft gefördert.
Erfahren Sie mehr über die anderen Aspekte ganzheitlicher Gesundheit und wie TELUS Health Arbeitgebende und Beschäftigte unterstützt.




