Von Fehlzeiten und Fluktuation über Erwerbsunfähigkeitsfälle bis hin zu Produktivitäts-Kennzahlen: Jede Organisation erfasst personalbezogene Kennzahlen. In ihrer Gesamtheit zeigen diese Kennzahlen, wie Mitarbeitende ihre Arbeit erleben und ausführen. Damit liefern sie wichtige Informationen über das allgemeine Wohlbefinden in einer Organisation.
Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass diese Kennzahlen häufig lediglich abbilden, was bereits passiert ist. Nur selten liefern sie Erklärungen dafür, warum bestimmte Entwicklungen eintreten oder welche Maßnahmen Führungskräfte als nächstes ergreifen sollten.
Zwischen wirtschaftlicher Unsicherheit, neuen Arbeitsmodellen und einer rasant fortschreitenden Digitalisierung benötigen Organisationen einen klaren Blick auf die Faktoren, die das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden beeinflussen.
Genau hier setzt der TELUS Mental Health Index (MHI) an.
Der MHI geht über eine reine Messung des Wohlbefindens der Belegschaft hinaus und liefert Personalverantwortlichen sowie Führungskräften evidenzbasierte Erkenntnisse über die Faktoren, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden prägen.
Durch die Identifizierung neuer Trends, die Einordnung von Entwicklungen im Zeitverlauf und die Hervorhebung der größten Risikofaktoren, erleichtert der MHI eine proaktive betriebliche Gesundheitsförderung. Gleichzeitig unterstützt er Organisationen dabei, zentrale ökonomische Herausforderungen wie Produktivität, Mitarbeiterbindung und Unternehmenserfolg gezielt anzugehen.
Im Folgenden finden Sie einen Überblick darüber, was den MHI auszeichnet und warum führende Organisationen weltweit auf ihn vertrauen, um Wohlbefinden am Arbeitsplatz besser zu verstehen.
Was ist der TELUS Mental Health Index?
Der MHI ist ein strategischer Bericht, der auf Befragungen von mehr als 20.000 Erwerbstätigen weltweit basiert. Er wurde 2017 entwickelt und ist seit 2020 öffentlich zugänglich. Der MHI stützt sich auf ein über mehrere Jahre aufgebautes, fundiertes Benchmarking und liefert quartalsweise Erkenntnisse über die Gesundheit und das Wohlbefinden der arbeitenden Bevölkerung in Nordamerika, Europa und der Region Asien-Pazifik.
Mit zwölf regionalen Berichten in acht Sprachen unterstützt der MHI Unternehmen und Organisationen dabei:
- Trends im Bereich psychische Gesundheit und Risikofaktoren innerhalb der arbeitenden Bevölkerung zu verstehen - anhand von Alter, Geschlecht, Branche und zahlreichen weiteren demografischen Merkmalen.
- Regionale Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit zu erkennen, die durch spezifische kulturelle, wirtschaftliche oder gesellschaftspolitische Faktoren beeinflusst werden, sodass international tätige Organisationen ihre Strategien zum Wohlbefinden an die Anforderungen unterschiedlicher Länder anpassen können.
- Veränderungen des Wohlbefindens der Belegschaft im Zeitverlauf nachzuverfolgen und dadurch organisatorische sowie externe Belastungsfaktoren besser zu verstehen, die sich auf Gesundheit und Lebensqualität auswirken können.
- Fundierte Entscheidungen über Unterstützungsangebote im Bereich der psychischen Gesundheit zu treffen sowie Gesundheitsinitiativen zu priorisieren und Ressourcen dort einzusetzen, wo sie die größte Wirkung entfalten.
Die zwei zentralen Bestandteile des Mental Health Index
Jede Ausgabe des TELUS MHI basiert auf zwei sich ergänzenden Komponenten:
- MHI-Scores, die den psychischen Gesundheitszustand der Mitarbeitenden abbilden. Sie umfassen Erkenntnisse zu sieben Dimensionen des Wohlbefindens, segmentierbar nach demografischen Merkmalen.
- Ein Schwerpunktthema (Spotlight), das vertiefende Einblicke in aktuelle Entwicklungen bietet, die sich auf die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden auswirken können.
Gemeinsam ermöglichen diese beiden Komponenten sowohl eine langfristige Betrachtung des Wohlbefindens der Belegschaft als auch aktuelle Einblicke in Themen, die die Erfahrungen der Mitarbeitenden gegenwärtig prägen.
Methodik
Der MHI wird auf Grundlage einer Online-Befragung der arbeitenden Bevölkerung berechnet, bei der verschiedene Faktoren des Wohlbefindens und Erfahrungen im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit erfasst werden. An der Befragung nehmen Personen teil, die zum Zeitpunkt der Erhebung beschäftigt sind oder innerhalb der vergangenen sechs Monate erwerbstätig waren. Die Stichprobe bildet die nationale Erwerbsbevölkerung hinsichtlich Alter, Geschlecht, Branche und geografischer Verteilung repräsentativ ab.
Berechnung
Zur Erstellung des MHI wird ein Bewertungssystem angewendet, das die einzelnen Antworten in Punktwerte umwandelt. Höhere Punktwerte stehen für eine bessere psychische Gesundheit.
Die Summe der erreichten Punkte wird durch die maximal mögliche Punktzahl geteilt und ergibt einen Wert auf einer Skala von 0 bis 100. Der Rohwert entspricht dem arithmetischen Mittel aller individuellen Ergebnisse. Die Einordnung der Werte erfolgt anhand einer Skala, die den psychischen Gesundheitszustand in die Kategorien belastet, angespannt und optimal einteilt.

Einsatzmöglichkeiten des Mental Health Index
Ob Sie aufkommende Risiken frühzeitig erkennen oder die Wirksamkeit einer bestehenden Gesundheitsstrategie messen möchten: Der MHI unterstützt fundierte Entscheidungen in jeder Phase der Employee Experience.
„Der MHI ist Teil eines umfassenden Portfolios von Tools zur Unterstützung von Entscheidungen, die wir anbieten“, erklärt Paula. „Wir haben ihn entwickelt, weil fundierte Entscheidungen nur auf Grundlage belastbarer Daten möglich sind. Unser Ziel war es, Arbeitgebern ein besseres Verständnis dafür zu vermitteln, was tatsächlich geschieht, damit sie kluge Entscheidungen treffen können.“
Im Folgenden wird beschrieben, wie internationale Organisationen den MHI für ihre eigenen Initiativen im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden nutzen können.
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Das Risikoprofil verstehen und Ressourcen gezielt einsetzen
Der MHI unterstützt Führungskräfte dabei, einen Ausgangswert zu schaffen und zu verstehen, wo sich Mitarbeitende entlang des Wellbeing-Kontinuums (gesund, belastet, beeinträchtigt) befinden. Dadurch können Unterstützungsmaßnahmen gezielt priorisiert und dort eingesetzt werden, wo der Bedarf am größten ist.
Anstatt beispielsweise erst auf steigende Fehlzeiten oder zunehmende Fluktuation zu reagieren, können Organisationen mithilfe des MHI frühe Warnsignale erkennen und Unterstützungsbedarf identifizieren, bevor sich Probleme verschärfen. Dies ermöglicht einen effizienteren Ressourceneinsatz und unterstützt Investitionen in gezielte Maßnahmen, die sowohl für die Mitarbeitenden als auch für das Unternehmen den größten Nutzen bringen.
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Benchmarking mit Branche und Region
Der Kontext ist entscheidend. Ein Rückgang des Wohlbefindens der Mitarbeitenden kann Ausdruck allgemeiner wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Entwicklungen sein. Sie können aber auch auf Herausforderungen hinweisen, die spezifisch für die eigene Organisation sind.
Der Vergleich interner Personaldaten mit externen Referenzwerten hilft Führungskräften dabei, allgemeine Trends von organisationsspezifischen Herausforderungen zu unterscheiden und Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens auf einer evidenzbasierten Grundlage zu treffen.
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Entwicklungen im Zeitverlauf verfolgen
Organisationen können den MHI nutzen, um nachzuvollziehen, ob z.B. Programme zur Führungskräfteentwicklung, Angebote zur Förderung der psychischen Gesundheit, Maßnahmen zum finanziellen Wohlbefinden oder Veränderungen der Unternehmenskultur die gewünschte Wirkung auf die Unternehmensleistung entfalten.
Im Zeitverlauf entsteht dadurch ein immer klareres Bild darüber, welche Maßnahmen wirksam sind und in welchen Bereichen zusätzlicher Unterstützungsbedarf besteht.
Experten-Talk: Q&A mit Paula Allen
Paula Allen, Global Leader Research and Insights bei TELUS Health erläutert, warum die regelmäßige Messung des psychischen Wohlbefindens der Belegschaft von entscheidender Bedeutung ist, wie Organisationen die Erkenntnisse des MHI gezielt nutzen können und welchen Entwicklungen Führungskräfte künftig besondere Aufmerksamkeit schenken sollten.
Warum ist es für Organisationen wichtig, die psychische Gesundheit ihrer Belegschaft regelmäßig zu messen?
„Als wir den MHI entwickelt haben, gab es kein Instrument, das Arbeitgebern konsistente und zeitnahe Daten zur Verfügung stellte, um die Entwicklungen innerhalb ihrer Organisation langfristig nachvollziehen zu können. Viele Organisationen führten einmalige Befragungen durch. Diese liefern jedoch lediglich ein Bild der Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt. Da sich Belegschaften kontinuierlich verändern, müssen sich auch die zugrunde liegenden Daten entsprechend weiterentwickeln. Letztlich gilt: Was nicht gemessen wird, lässt sich auch nicht gezielt verbessern.“
Was hat Sie nach fast einem Jahrzehnt der Messung der psychischen Gesundheit von Beschäftigten am meisten überrascht?
„Der Einfluss von Führungskräften. Wir sind immer davon ausgegangen, dass ihre Wirkung erheblich ist. Dass sie jedoch so groß sein würde, hätten wir nicht erwartet. Einzelne Führungskräfte können entscheidend dazu beitragen, dass Menschen Sinn in ihrer Arbeit erleben, sich sicher oder unsicher fühlen, Ängste verstärkt oder reduziert werden und innerhalb eines Teams Isolation oder Zusammenarbeit gefördert werden.“
Was sollten HR- und Benefits-Verantwortliche Ihrer Meinung nach über das Wohlbefinden am Arbeitsplatz unbedingt verstehen?
„Sie verfügen über deutlich mehr Einfluss, als ihnen oft bewusst ist. Die Maßnahmen und Entscheidungen, die am Arbeitsplatz tagtäglich getroffen werden, machen einen echten Unterschied – auch wenn Organisationen das manchmal als selbstverständlich ansehen. Die angebotenen Unterstützungsleistungen verändern Leben und können sogar Leben retten. Schulungen für Führungskräfte können ein belastendes Arbeitsumfeld in eines verwandeln, das Gesundheit und Produktivität fördert. Unser Ziel ist es, Führungskräften die notwendigen Grundlagen bereitzustellen, damit sie das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden bestmöglich stärken können. Genau dabei spielen belastbare Daten eine entscheidende Rolle.“
Welche Herausforderung wird Ihrer Einschätzung nach das Wohlbefinden am Arbeitsplatz künftig am stärksten prägen?
„Das wird Change-Management sein. Veränderungen waren schon immer mit Belastungen verbunden. Heute sind sie jedoch zu einem dauerhaften Bestandteil der Arbeitswelt geworden. Eine Belegschaft aufzubauen, die Veränderungen resilient begegnen kann, wird sowohl für die Organisation als auch für die psychische Gesundheit der Menschen, aus denen sie besteht, von entscheidender Bedeutung sein.“
Informiert bleiben mit den neuesten Insights aus dem MHI
Die Herausforderungen in der Arbeitswelt verändern sich kontinuierlich und mit ihnen die Erwartungen der Mitarbeitenden an ihre Arbeitgeber. Aktuelle, evidenzbasierte Erkenntnisse und Daten ermöglichen vor diesem Kontext zielgerichtete und effektive Entscheidungen: Im Hinblick auf das Wohlbefinden von Mitarbeitenden, auf Personalstrategien, Produktivität und nachhaltiges Wachstum.
„Wenn Organisationen den MHI als Grundlage für ihre strategische Planung nutzen, ist das besonders wirkungsvoll. Die Daten helfen ihnen dabei, ihre Aufmerksamkeit gezielt auf die Bereiche zu richten, in denen sie den größten Unterschied bewirken können.“ - Paula Allen, Global leader, Research and Insights bei TELUS Health

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Erkenntnisse freischaltenHäufig gestellte Fragen
Nachfolgend finden Sie Antworten auf einige der häufigsten Fragen zum TELUS Mental Health Index (MHI), darunter Informationen zu seiner Entwicklung, zur Nutzung der Daten sowie zum Zugriff auf die aktuellen Berichte.
Wie häufig werden die MHI-Daten aktualisiert?
Der TELUS Health MHI wird quartalsweise veröffentlicht und liefert Organisationen aktuelle Erkenntnisse zum Wohlbefinden von Beschäftigten sowie zu neuen Entwicklungen in der Arbeitswelt. Durch diesen regelmäßigen Veröffentlichungsrhythmus lassen sich Veränderungen im Zeitverlauf leichter nachvollziehen und neu entstehende Risiken frühzeitig erkennen.
Sind die Daten für meine Unternehmensgröße oder Branche relevant?
Ja. Der MHI bildet die Erfahrungen der arbeitenden Bevölkerung über ein breites Spektrum von Branchen, Regionen und demografischen Gruppen hinweg ab. Darüber hinaus lassen sich die Ergebnisse mit den eigenen Personaldaten Ihrer Organisation kombinieren, um Entwicklungen einzuordnen, Vergleiche anzustellen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Wie nutzt TELUS Health diese Daten?
TELUS Health nutzt die Erkenntnisse aus dem MHI, um neue Entwicklungen im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden von Beschäftigten besser zu verstehen, Forschung zu unterstützen und Organisationen bei der Entwicklung evidenzbasierter Gesundheitsstrategien zu begleiten. Darüber hinaus fließen die Ergebnisse in die Entwicklung neuer Produkte, Services und Thought-Leadership-Inhalte ein, die auf die sich wandelnden Herausforderungen der Arbeitswelt ausgerichtet sind.
Basiert der MHI auf Kundendaten von TELUS Health?
Nein. Der MHI basiert auf unabhängigen Befragungen von Beschäftigten sowie Personen, die innerhalb der vergangenen sechs Monate erwerbstätig waren. Die Teilnehmenden werden so ausgewählt, dass sie die arbeitende Bevölkerung hinsichtlich Alter, Geschlecht, Branche und geografischer Verteilung repräsentativ abbilden. Dadurch spiegeln die Ergebnisse allgemeine Entwicklungen innerhalb der Erwerbsbevölkerung wider und beruhen nicht auf Kundendaten von TELUS Health.
Wo ist der aktuelle MHI-Bericht verfügbar?
Der aktuelle Bericht für Ihre Region ist auf dieser Seite verfügbar. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Bezug der aktuellen MHI-Berichte per E-Mail zu abonnieren. Dazu gehört auch das jährlich erscheinende TELUS Mental Health Barometer, das die Erkenntnisse eines gesamten Jahres zusammenführt, neue Entwicklungen aufzeigt und praxisnahe Empfehlungen für HR-Verantwortliche und Führungskräfte bereitstellt.




